Zuwachs

Kurz nachdem wir den Garten einigermaßen eingerichtet hatten, kam dann mein Mann auf die Idee, die beiden Schildkröten, die die Söhne eines seiner Neffen kürzlich angeschleppt hatten, würden sich doch bei uns viel wohler fühlen als in dem schmalen Areal neben deren Wohnung. Für 75 Piaster war ihr Besitzer bereit, sie zu uns umzusiedeln, und sie genossen die neuerworbene Freiheit gleich sehr.

Katze Spider fand diese wandelnden Steine allerdings eher seltsam:

Nein, wie das nur riecht:

Aziza, obwohl hoch oben auf ihrem Baum, schob Panik – leider habe ich ihren Blick aus völlig schräg gelegtem Kopf nicht gut einfangen können.

Es stellte sich heraus, dass zu den beiden noch zwei weitere Artgenossen gehörten, und da deren Eigentümer auch nichts gegen eine Verbesserung des Lebensraumes für diese hatte, gab es dann Familienzusammenführung.

Die Schildkröten wuseln überall herum, knabbern leider einige der Blumen an, sind aber sehr putzig zu beobachten. Vor allem der Kleine, der auch ein Meister im Versteckspielen ist. Nur einmal, da war er wirklich weg – das Gartentor stand offen, und ich hatte auch gemeint, einen Schatten dort weghuschen zu sehen. Das fanden wir gar nicht lustig. Mein Mann beschwerte sich prompt bei einem der Jungs aus der Nachbarschaft, die unseren Hauszoo über die Mauer mit viel Interesse betrachtet hatten. So etwas sei Diebstahl, das gehe gar nicht.

Mein Mann hatte die Lage wohl richtig eingeschätzt: dieser Junge, der schräg gegenüber wohnt und Aziza besonders mag, weil er selbst schon einmal einen Papageien hatte, ist ein bisschen der Anführer hier. Und tatsächlich, einer der anderen Jungs wusste, wer da seiner eigenen Schildkröte hatte Gesellschaft verschaffen wollen – ein wohl noch ziemlich kleines Kind. Wir interessierten uns gar nicht dafür, wer es genau war. Der Nachbarsbub kam nach zehn Minuten mit unserem kleinen Schildkröterich in der Hand zurück. Der machte sich gleich über seinen Salat her – alles in Ordnung.

Für die Kinder der Nachbarschaft ist seither unser Garten überaus anziehend – gerade mittags, wenn sie von der Schule kommen und die Schildkröten in der Wärme aktiv sind, höre ich oft ein paar ganz begeistert an der Mauer den Minizoo bewundern.

Das hat wohl auch dazu geführt, dass mein Mann nun als Autorität für Findeltiere gilt – neulich wurden dann zwei niedliche Katzenkinder abgeliefert:

Da war dann jemand in seinem Element – füttern, aufs Töpfchen, duschen – eine erstklassige Katzenmama. Zum Glück meldete sich aber inzwischen die wirkliche Mutter und transportierte ihre verloren gegangenen Babys wieder ab. Spider war über den Familienzuwachs nicht erbaut, und so viele Katzen brauchen wir auch wirklich nicht.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s